DIE GAIA-KULTUR

Ein Manifest

 von Marko Pogacnik aus Slowenien

Land-Art-Künstler, spiritueller Lehrer und Autor des Buches "Elementarwesen: Begegnungen mit der Erdseele" (AT Verlag, 2007).

Marko Pogacniks Lebenslauf in Deutsch ist hier zu lesen: http://www.unitheum.de/Pogacnik1.htm, seine Website ist www.markopogacnik.com (in Englisch).

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Die Menschheit ist mit Gaia, der Erdenseele, verheiratet. Wir teilen gewissermaßen das gleiche Bett mir ihr. Und doch pflegen wir nicht unsere Liebe für sie und mit ihr. Könnte nicht das die letztendliche Ursache dafür sein, warum wir derzeit verschiedene Katastrophen erleben, versteckt hinter dem Szenario der Erdveränderungen?

Das geomantische Wissen, das uns helfen könnte zu verstehen, wie eng der Körper des Menschen mit dem Körper der Erde verbunden ist, ist innerhalb unserer Kultur beinahe verloren gegangen. Wir gewinnen jedoch, Stück für Stück, Erkenntnisse über die lebensnotwendigen Energiesysteme zurück, die nicht nur den menschlichen Körper durchdringen, sondern auch den Organismus der Erdenlandschaften. Darüber hinaus werden wir uns sogar noch bewusst, dass die Intelligenz der Natur die gleiche Intelligenz ist, die es den Menschen ermöglicht zu denken, ihre Gefühle auszudrücken und innerhalb der Begebenheiten der materiellen Welt schöpferisch tätig zu sein.

Sogar noch bedeutender ist unser aller gemeinsames Schicksal - ein Schicksal, das wir auch mit Gaia teilen, vorausgesetzt, dass es real ist, dass unsere jeweiligen Evolutionen miteinander verflochten sind. Wie können wir dann erwarten, dass sich Gaia nicht wandeln würde, wo die Menschen als miteinander Erschaffende eine solche Freiheit auf dem Planeten haben? Man würde auch nicht von Menschen erwarten, dass sie die gleichen spirituellen Wesen blieben, nachdem sie das Geschenk der Inkarnation auf Erden erhalten und sie sich selbst untereinander als Lebewesen, die in der Materie verankert sind, erfahren haben.

Es ist offensichtlich, dass diese tiefe Beziehung und Verbindung, die zwischen Gaia und den Menschen existiert, ein schicksalhaftes Ausmaß in sich trägt, das nicht nur durch bürokratische Maßnahmen "gemanagt" werden kann, die auf rationalen Konzepten basieren, wie beispielsweise die gegenwärtigen ökologischen und ökonomischen Vorgehensweisen, um der globalen Erwärmung gerecht zu werden. Wir müssen vielmehr ein ganzes Spektrum an Werkzeugen und Vorgehensweisen erschaffen, einschließlich der Entwicklung aller Aspekte unseres Bewusstseins, sodass wir die Beziehung zwischen der Menschheit und Gaia erneuern und uns mit der Essenz der Erdenseele verbinden können.

Während der letzten Jahrzehnte konnten wir folgende Schritte beobachten, die sich auf globaler Ebene vollzogen haben - in Richtung einer menschlichen Kultur, die eingestimmt auf die Essenz der Erdseele:

1) Ein neues ökologisches Bewusstsein und einen Sinneswandel als den ersten, grundsätzlichen Schritt und als ein Zeichen für den Willen der Menschheit, ihre Haltung gegenüber dem Planeten Erde zu ändern.

2) Der nächste Schritt beinhaltet verschiedene Bemühungen, ein Bewusstsein zu gründen für das multidimensionale Wesen der Erde und ihrer Schöpfung, einschließlich der Menschheit als einen Teil von Gaias Kosmos. Aus diesen Bemühungen heraus entwickeln sich gegenwärtig die Kunst und die experimentelle Wissenschaft der Geomantie als eine Form von holistischer Ökologie. Das Ziel der Geomantie besteht darin, unserer modernen Gesellschaft Wege zur Verfügung zu stellen, den Fluss der Lebensenergien zu verstehen und Methoden der Wahrnehmung zur Verfügung zu stellen, um die uns bisher weniger bekannten Dimensionen der Existenz zu erkennen.

3) Die gegenwärtige ökologische und wirtschaftliche Krise, die momentan unsere Zivilisation konfrontiert, verlangt nach einem dritten Schritt, mit dem auf diesem Weg weiter gegangen wird, ein Schritt zur Erschaffung einer Art partnerschaftlichen Kultur auf dem Planeten. Wir müssen die Dimensionen, die sich in der Liebe gründen und die Menschen und Gaia miteinander verbinden, wiederentdecken und die Partnerschaft dazu pflegen – und wir müssen dies in unserem täglichen Leben manifestieren. Wir müssen auf der Erde eine Art neuer Kultur erschaffen, die es sowohl der menschlichen Rasse als auch der Erde, einschließlich aller Wesen und Dimensionen, ermöglicht, die weitere Entwicklung zu leben. Lasst uns diese sich bereits entwickelnde Zukunftskultur die "Gaia-Kultur" nennen.

Um diese Gaia-Kultur entwickeln zu können, müssen wir zuerst unsere dogmatischen und rationell begründeten Konzepte über das, was die Erde ist und wer wir als Menschen sind, umwandeln – und unsere kulturellen Normen auch dem entsprechend ändern:

1 Während der letzten zwei Jahrhunderte hat die Menschheit (schmerzhaft und langsam) gelernt, die Rassentrennung zu überwinden. Aber Vorsicht! Wir können mit der Erde nicht in Frieden leben, solange wir andere Wesen der Erde für minderwertig halten und so behandeln. Pflanzen, Tiere und Minerale, einschließlich ihres elementaren Bewusstseins, sind nicht dazu bestimmt, unsere Sklaven zu sein. Sie repräsentieren verschiedene Facetten unseres Lebens, durch welche unsere Partnerin, die Erde, versucht, mit uns zusammenzuarbeiten. Sie repräsentieren Gaias Gesichter, durch die sie mit unserer globalen Kultur kommunizieren will. Anstelle von demokratischen Institutionen, die nur unter Menschen funktionieren, müssen wir eine neue Einstellung entwickeln und Regeln etablieren, um die vergrößerte Familie mit einzuschließen und jedem Mitglied der entstehenden Geokultur einen respektvollen und sicheren Platz innerhalb der globalen Gemeinde zur Verfügung zu stellen.

2 Es ist nicht möglich, eine neue und erfüllende Partnerschaft zwischen der menschlichen Kultur und der Erde zu entwickeln, wenn wir Menschen uns nicht bemühen, die zu werden, die wir wirklich im tiefsten Innersten sind. Der Weg in die Selbsterkenntnis ist der erste Schritt. Ständig den eigenen inneren Frieden halten zu können, sich zu zentrieren und zu erden, das zu lernen, ist das zweite Ziel. Wir sollten nicht zögern, ein drittes Ziel anzustreben – eine auf ethischen Grundsätzen basierende, persönliche, tägliche Routine, um uns dahin zu führen, den täglichen Herausforderungen unserer globalen Welt im Wandel zu begegnen.

3 Die Trennung zwischen Himmel und Erde, zwischen dem geistigen Bereich und dem Bereich des materiellen Leben, ist unerträglich geworden. Vor langer Zeit hörte die Erde auf, ein unreifes Kind der spirituellen Welt zu sein. Die Erde, Gaia, sollte als ein selbständiger Kosmos akzeptiert werden, vollständig in sich selbst, einschließlich ihrer eigenen, spirituellen Dimensionen. Auf der nächsten Ebene der Existenz repräsentiert der Erdenkosmos dann eine holographische Einheit des größeren Universums.

4 Es ist nicht möglich, eine neue und erfüllende Partnerschaft zwischen der menschlichen Kultur und der Erde zu entwickeln, ohne die Bereitschaft, zugleich auch die traditionellen, religiösen Glaubensvorstellungen, welche die göttliche Essenz der Erde und die Göttlichkeit von Gaias Schöpfung leugnen, umzuwandeln. Die Menschheit ist inzwischen entsprechend gereift, um in der Lage zu sein,  eine verantwortliche und freie Entscheidung darüber zu treffen, wie wir uns mit der göttlichen Essenz des Universums verbinden, genauso wie wir uns mit unserer eigenen inneren Essenz wiederverbinden. Wir müssen auch den nächsten Schritt machen und Wege finden, um der Heiligkeit der Erde und allen Geschöpfen Gaias zu entsprechen, sowohl in spiritueller Hinsicht wie auch auf praktische Art und Weise. Die Basis dieses geheiligten Weges ist der Wunsch zu kommunizieren, Herz und Verstand zu öffnen und die eigene Gegenwart mit anderen Wesen zu teilen.

5 Es ist unvermeidbar, dass wir kreativ tätig werden müssen, um unser bestehendes Schulsystem umzuwandeln. Die natürliche Empfindsamkeit der Kinder in Bezug auf all die verschiedenen Dimensionen und Ebenen der Existenz sollte beschützt und gefördert werden. Für die Entwicklung der Denkfähigkeiten ist ein zweitrangiger Status ausreichend. Menschen, deren Empfindsamkeit in Bezug auf die verschiedenen Facetten des Lebens gefördert und entwickelt wurde, werden natürlicherweise liebende Partner der Erde und schöpferisch mitwirkende Bewohner des Erdenkosmos. Eine sich entfaltende und gestärkte Klarheit des Bewusstseins ist Teil dieser Empfindamkeit.

6 Die Erde ist ein geliebter Planet von außerordentlicher Fruchtbarkeit und Lebensfülle. Wenn ein großer Teil der Menschheit verhungert, liegt das daran, dass die Ressourcen der Erde nicht korrekt gehandhabt werden. Um diese tragische Situation zu verändern, reicht es nicht, dass wir einfach die Prinzipien, nach denen unsere globale Wirtschaft funktioniert, verändern. Als Menschheit, als eine globale Kultur, müssen wir uns den Mut und die Weisheit aneignen, um uns selbst den verschiedenen Ebenen der multidimensionalen Erde zu öffnen. Diese Dimensionen stehen für die unerschöpflichen Reserven  und Schätze aus Lebenskraft, aufbewahrt von Gaia. Um das zu tun, müssen wir natürlich die rational begründeten Blockaden und Vorurteile in Bezug auf die sogenannten feinstofflichen Dimensionen der Realität überwinden. Lasst uns Bemühungen für ein neues wissenschaftliches Paradigma unterstützen, dass die Mehrdimensionalität der Natur, der Erde und der Menschen anerkennt.

7 Die Erde ist ein bewusster Planet mit seiner eigenen Bestimmung und seiner eigenen Aufgabe innerhalb des Universums. Gaia, die Erdenseele, kann das Leben auf der Oberfläche des Planeten nicht unterstützen und bewahren, wenn ihre Konzentrationsorte an Lebenskraft und an elementaren Bewusstsein, wie es in vielen Landstrichen und Orten überall auf dem Planeten ist, durch Menschen so gestaltet sind, dass dieses nicht frei atmen und gemäß ihres Schöpfungsplanes handeln kann. (Die Unkenntnis unserer Zivilisation von diesen Aspekten von Gaias Leben hat die reibungslose Funktion an vielen dieser Orte blockiert und behindert.) Die Kunst und die Wissenschaft der Geomantie wird gegenwärtig entwickelt, sodass die menschliche Kultur Einblicke gewinnen kann in die hochwichtige Bedeutung des Körpers der Erde, der aus Lebensenergie besteht, und auch in die hochwichtige Bedeutung des elementaren Bewusstseins der Erde, wie auch in die Dimensionen, die heilig sind für das Lebens des Planetens. Aber all dieses erst kürzlich gewonnene Wissen ist nur dann nützlich, wenn es in die Praxis umgesetzt wird – was zuerst und vor allem bedeutet:

Dass wir Kenntnis und Wahrnehmungsfähigkeit entwickeln vom Bewusstsein und der Seelenessenz der Natur, der Erde und ihren Wesen.        

Dass wir solche Orte auf der Erde schützen, die von entscheidender Bedeutung für das Leben des Planeten sind und wir die Heiligkeit dieser Orte feiern.

Dass wir die Schritte unterstützen, die Gaia, die Erdenessenz, unternimmt, um eine neue Realität zu schaffen und auf diese Weise den destruktiven Zusammenbruch der Lebenssysteme auf dem Planeten zu vermeiden.

15.Februar 2009, Marko Pogacnik

Dieser Artikel wurde herausgegeben von Leslie Luchonok und für Starchild  http://www.starchildglobal.com ins Deutsche übersetzt von Doris Klendauer